
“Einsatz ist nicht nur Fassadenmalerei”
Gevelsberg, 01.02.2009, Von Hartmut Breyer
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Gevelsberg. Ein schmuckes Metallschild symbolisierte den Höhepunkt der Abschlussveranstaltung der “2. Aktionswoche für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt”, die gestern Vormittag im Ratssaal stattfand. Vertreter der Städt. …
Kleines Schild - große Bedeutung: Die Hauptschule Gevelsberg darf sich künftig “Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” nennen. (WR-Fotos [3]: Volker Speckenwirth)
… Hauptschule Gevelsberg durften das Schild entgegen nehmen, das sie künftig als “Schule ohne Rassimus - Schule mit Courage” ausweist. Mitgebracht hatte die Auszeichnung Ralf-Erik Posselt, der zuvor als Gastredner das Thema Gewalt, ihre Erscheinungsformen und Möglichkeiten des Umgangs damit behandelt hatte. Posselt ist Referent im Amt für Jugendarbeit und dem Bündnisbüro für Toleranz und Zivilcourage der Ev. Kirche von Westfalen und Lehrtrainer an der Gewalt Akademie Villigst. Er gehört zu den Gründern der Initiative “Schule ohne Rassimus”.
Neu ist der Titel in der Gevelsberger Schullandschaft nicht. Die Hauptschule “Alte Geer” hatte ihn bereits im Jahr 2000 verliehen bekommen. Nachdem im vergangenen Sommer die Schule mit der Hauptschule West in der neuen Hauptschule Gevelsberg aufgangen war, bewarb man sich erneut darum. Pate der Aktion ist Sir Jesse Lee Davis, der die Abschlussveranstaltung gestern gemeinsam mit den Schülerinnen Alina, Laura, Lisa und Milena eröffnete. Gemeinsam sangen sie den selbstkomponierten Song “We are the children”, der bei der Premiere der Aktionswoche im vergangenen Jahr entstanden war.
Nachdem Bürgermeister Claus Jacobi in seiner Begrüßung das große Engagement aller Beteiligten gewürdigt hatte, stellten zwei Gruppen beispielhaft für das umfangreiche Programm der Aktionswoche ihre Ergebnisse vor. So hatten Kinder und Jugendliche einige Schauplätze der “Stattrundfahrt” in historischen und aktuellen Bildern dokumentiert. Tomas Scherffig und Heinz Müller vom Antifaschistischen Arbeitskreis, der die Rundfahrt zu Orten, an denen in Zeiten des Nationalsozialismus Opfer und Täter wohnten und wirktendurchführt, unterstützen die Teilnehmer.
Erik Schulz (agentur.mark) präsentierte gemeinsam mit Schülern aus den teilnehmergruppen die Ergebnisse von Workshops, in denen sich Schüler aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 von Realschule und Hauptschule mit der Frage befasst hatten: “Wie erleb ich Gewalt?”.
Ein großes Lob zollte schließlich Gastredener Ralf-Erik Posselt. Der Einsatz für die Vermeidung von Gewalt sei in Gevelsberg nicht nur Fassadenmalerei. “Lassen Sie nicht nach”, appellierte er an die Gäste im Ratssaal. “Wer aufhört, Gewalt zum Thema zu machen, wird Probleme bekommen.”
Eine Veranstaltung, die zur Aktionswoche zählt, wird erst am kommenden Montag, 9. Februar, stattfinden. Dann lesen Schüler aus dem Deutschkurs der Jahrgangsstufe 11 des Gymnasiums aus einem Roman der US-Amerikanerin Katherine Kressmann Taylor aus dem Jahr 1938. Dieser besteht aus dem Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden im ersten Jahr der Nazi-Dikatatur. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr in der Aula West. Fotostrecke zur Aktionswoche: www.derwesten.de/gevelsberg
